Erschreckend realistischer Thriller über die Folgen sozialer Ungerechtigkeit

Die mexikanische Dystopie NEW ORDER spielt zwar in der Zukunft, doch diese Zukunft erscheint bedrohlich nah. Genauso könnten sich die Ereignisse jederzeit in irgendeinem Land der Welt abspielen, in dem die Kluft zwischen Arm und Reich besonders ausgeprägt ist. Der Film ist so realistisch, dass er Angst macht.

Dabei beginnt NEW ORDER optimistisch. Voller Prunk feiert eine Familie der Oberschicht in ihrer gut bewachten Luxusvilla die Hochzeit von Tochter Marianne. Die Gäste fahren in teuren Limousinen vor. Dem Brautpaar werden dicke Geldumschläge überreicht. Die emsigen Bediensteten halten sich derweil möglichst unsichtbar im Hintergrund.

Doch in der Stadt tobt ein Aufstand der Unterdrückten. Als die Rebellen in das geschützte Ressort eindringen, entlädt sich auch die aufgestaute Wut der Angestellten. Gemeinsam mit den Aufständischen richten sie ein Blutbad an. 

Der Triumph der Armen ist von kurzer Dauer. Bald übernimmt das Militär die Macht und errichtet einen diktatorischen Überwachungsstaat. Die Soldaten herrschen willkürlich und ein Menschenleben – egal ob arm oder reich – bedeutet nichts. Marianne, und mit ihr die Bediensteten Marta und Christian, geraten in die gnadenlosen Mühlen dieses Systems.

Der mehrfach preisgekrönte Regisseur und Drehbuchautor Michel Franco (Después de Lucía,Chronic) schont seine Protagonisten und die Zuschauer nicht. Naián González Norvind (Gotham, Leona), Mónica del Carmen (Babel, Asfixia) und Fernando Cuautle (Amanda, Cruz) machen das Leid ihrer Figuren schmerzhaft spürbar.

NEW ORDER wurde 2020 mit dem Großen Silbernen Löwen der Jury und dem Leoncino d’Oro der Jugendjury der Filmfestspiele von Venedig ausgezeichnet. Zudem erhielt er den Publikumspreis des San Sebastian International Film Festival und war in der Vorauswahl für den fremdsprachigen Oscar und Golden Globe.


Inhalt:
In diesem fesselnden und spannenden Thriller in der nahen Zukunft in Mexiko-Stadt versinkt eine verschwenderische Hochzeit der Oberschicht während eines unerwarteten Aufstands der Unterschicht im Chaos. Bald weicht er einem gewaltsamen Staatsstreich und dem Zerfall von Recht und Ordnung. In seiner Genauigkeit und Rigorosität erinnert Francos Film hier an PARASITE. Auch wenn seine spezielle Dystopie stark auf die lateinamerikanische Gesellschaft ausgerichtet ist – ganz so wie PARASITE es auf die koreanische war -, so ist die Universalität dieser Themen doch überall zu finden.