Kraftvolles filmisches Statement zu #MeToo

Auch ein paar Jahre nach Bekanntwerden des Harvey Weinstein-Skandals und andere sexueller Übergriffe in der Entertainment-Branche ist #MeToo unverändert aktuell. Erreicht wurde immerhin, dass sich die Betroffenen leichter zu Wort melden können. Für die Täter und ihr Umfeld ist es deutlich schwerer geworden ist, ihr Verhalten durch ihre Machtposition unter den Teppich zu kehren.

Davon handelt der Film THE ASSISTANT. Er schildert einen Tag im Leben der jungen Angestellten Jane. Sie ist Assistentin eines mächtigen Filmmoguls und noch nicht lange in seiner angesehenen Produktionsfirma in New York. In ihrem Alltag erlebt und beobachtet sie Erniedrigung, ein Arbeitsklima der Angst und Frauenfeindlichkeit und ein Kreisen um den omnipräsenten Chef, dessen Wünschen sich alle Angestellten bedingungslos unterwerfen.
Als Jane den Verdacht schöpft, dass der Chef junge, hübsche Kolleginnen, Schauspielerinnen und andere Frauen zum Sex nötigt, will sie dagegen vorgehen. Sie wendet sich an den Personalchef. Der jedoch lässt sie schulterzuckend abblitzen und meldet sie an den Chef. Schließlich schweigt Jane.

Die Hauptrolle ist mit Julia Garner (OZARK, SIN CITY: A DAME TO KILL FOR) großartig besetzt. Überarbeitet und erschöpft findet sie doch die Kraft, gegen den mächtigen Chef vorzugehen. Nur um festzustellen, dass sie keine Chance hat.
Der zynische Personalchef wird von  Matthew Macfadyen (PRIDE & PREJUDICE, ROBIN HOOD) gespielt. Die Dokumentarfilmerin Kitty Green präsentiert hier ihr Spielfilmdebüt. THE ASSISTANT lief u.a. auf der Berlinale 2020.

Inhalt:
Die junge College-Absolventin Jane (Julia Garner aus „Ozark“) will es zur Filmproduzentin schaffen und bekommt gleich einen Traumjob: als Junior-Assistentin eines mächtigen Unterhaltungsmoguls. Ihre Tage sind die eines typischen Assistenten: Kaffee kochen, Papier im Kopierer wechseln, Mittagessen bestellen, Reisen organisieren, Anrufe entgegennehmen und neue Mitarbeiter begrüßen. Doch je länger Jane ihrer täglichen Routine folgt, desto mehr wird ihr der Missbrauch in ihrer Branche bewusst. Als sie sich entscheidet, dagegen anzukämpfen, erkennt sie, wie tief diese Behandlung im System verankert ist.