Phase 1

Die meisten Zuschauer verlassen während des Abspanns den Kinosaal, nicht wissend, was ihnen gleich entgehen wird: Eine kurze Szene nach den Credits, die der Urknall für ein ganzes Universum sein sollte. Ein von Samuel L. Jackson dargestellter Unbekannter wartet in der abgedunkelten Villa von Tony Stark (gespielt von Robert Downey Jr.) auf den Playboy. Und seine Worte sind sowohl an Tony, als auch an die glücklichen Zuschauer gerichtet: „Sie wurden Teil eines größeren Universums, von dem Sie bisher noch nichts wussten.“ Der Unbekannte stellt sich als Nick Fury, Director der Geheimorganisation S.H.I.E.L.D., vor. Was nur als kleines Easteregg für eingefleischte Comic-Fans erscheint, ist der Start für das Marvel Cinematic Universe (MCU).

Mit dieser Szene endet IRON MAN (2008), der erste eigenständig produzierte Film von Marvel Studios. Zuvor hatte die Filmdivision von Marvel bereits große Erfolge in Kooperation mit anderen Filmstudios. BLADE (1998), X-MEN (2000) und SPIDER-MAN (2002) u. a. waren nicht nur riesige Kassenschlager, ihnen folgten auch mehrere Fortsetzungen. Dennoch waren hauptsächlich Marvels Kooperationspartner die Gewinner. Marvel selbst bekam als Lizenzgeber relativ wenig vom Kuchen ab.

Das brachte das Unternehmen schließlich dazu, es auch als eigenständiges Filmstudio zu wagen. Die Filmrechte zu Spider-Man, den Fantastic Four und den X-Men, also den bekanntesten Helden des Comicverlags, lagen mittlerweile allerdings bei Fox oder Sony. Dennoch hielt Marvel noch immer die Filmrechte an vielen anderen traditionsträchtigen Helden wie Captain America, Thor oder Iron Man. Letzterer wurde für den ersten eigenen Film ausgewählt, da er bisher noch nie in einem Spielfilm zu sehen war.

„Ich bin Iron Man!“

Da Iron Man außerhalb der Comic-Fangemeinde völlig unbekannt war, rissen sich Regisseure oder Drehbuchautoren nicht gerade um den Film. Mit Jon Favreau fand sich aber sogar ein Regisseur, der schon einmal mit Marvel zusammengearbeitet hatte und selbst ein Fan der Comics war. Obwohl Favreau ursprünglich einen Newcomer für die Titelrolle wollte, entschied er sich schließlich für Robert Downey Jr. – entgegen anfänglicher Einsprüche des Studios. Doch Favreau war überzeugt, dass Downey aufgrund seiner turbulenten Vergangenheit perfekt für die Rolle von Tony Stark wäre. Denn wie Downey selbst ist Stark ein Mensch, der erst ganz oben ist, sehr hart fällt, schließlich aus seinen Fehlern lernt und neu anfängt. Dazu gesellten sich Terrence Howard als Tonys Kumpel Rhodey, Gwyneth Paltrow als seine bezaubernde Assistentin Pepper Potts sowie Jeff Bridges als Tonys Geschäftspartner und späterer Widersacher Obadiah Stane.

IRON MAN wurde ein großer Erfolg: Der Film spielte mehr als das Vierfache seines Produktionsbudgets ein und ebnete den Weg für eine erfolgreiche Zukunft von Marvel Studios. Die Mischung aus beeindruckender Action, witzigen Gags, etwas Romantik und natürlich den ultra-coolen Iron Man-Anzügen begeisterte einfach die Zuschauer. Und natürlich liebten sie Robert Downey Jr. als Tony Stark. Die Rolle katapultierte den Schauspieler wieder bis ganz nach oben in Hollywood.

„Und wenn ich Ihnen jetzt erzähle, dass wir ein Team zusammenstellen…“

Im gleichen Jahr folgte schon Marvels zweiter Streich: DER UNGLAUBLICHE HULK. Diese Verfilmung des grünen Wutmonsters hatte nichts mehr mit dem einige Jahre zuvor erschienen Film von Ang Lee zu tun und sollte eine völlige Neuinterpretation sein. Marvel wollte mit dem Hulk im MCU noch einmal frisch starten. Louis Leterrier führte Regie und Edward Norton spielte die Hauptrolle Dr. Bruce Banner. Er schrieb auch das Drehbuch um und gab so dem Charakter einen geerdeten Ansatz. Neben Norton waren auch Liv Tyler als Banners Freundin Betty Ross sowie William Hurt als deren Vater General Ross zu sehen.

Trotz der packenden Actionszenen lag auch hier wieder der Fokus stark auf dem inneren Kampf, den der Held mit sich auszutragen hatte. Trotzdem kam auch der Humor nicht zu kurz. Dieses Rezept – tolle Action, Charaktere, mit denen sich das Publikum identifizieren kann, und Humor in den richtigen Momenten – war das Grundgerüst von Marvels Filmen und wurde mit jedem weiteren noch mehr perfektioniert.

Auch bei THE INCREDIBLE HULK gab’s ein besonderes Highlight erst wieder, als der Film eigentlich schon vorbei war. Hier wurden die Zuschauer mit einem Cameo-Auftritt belohnt: Von niemand geringerem als Tony Stark höchstpersönlich. In einer Bar verhöhnt dieser den angetrunkenen General Ross etwas und überbringt ihm schließlich die Nachricht, dass ein Team zusammengestellt wird. Mit fragenden Gesichtern lässt der Film die Zuschauer zurück. Nur ganz wenige erahnen bereits, dass hier auf die Avengers angespielt wird, ein Team aus verschiedenen Marvel-Helden. Die Marvel Hypo-Maschine lief schon mal super!

„Sie wissen, ich will nicht in Ihre super-geheime Boygroup.“

In IRON MAN 2 (2010) wurde das World-Building dann so richtig vorangetrieben: Samual L. Jacksons Nick Fury hatte nun eine zentrale Rolle. Zudem war nicht nur der aus IRON MAN bekannte, wichtige S.H.I.E.L.D.-Agent Phil Coulson (gespielt von Clark Gregg) wieder dabei, mit Natasha Romanow alias Black Widow (gespielt von Scarlet Johanson) wurde auch die erste Superheldin des MCU eingeführt. Außerdem erfahren wir, dass Tonys Vater Howard Stark ein Gründungsmitglied von S.H.I.E.L.D. war. Auch die Verbindung zu dem Hulk wurde anhand eines TV-Berichts deutlich gemacht. Und dann gab’s nach dem Abspann auch noch den ultimativen Hinweis auf den nächsten Film: Agent Coulson kommt an einem riesigen Krater in New Mexico an. In diesem steckt: Ein Hammer!

„Wer auch immer diesen Hammer hält, wenn er seiner würdig ist, möge er die Kraft Thors besitzen.“

Comicfans wussten natürlich sofort: Das ist Mjolnir, der Hammer von Thor. Der nordische Gott des Donners bekam im Frühjahr 2011 seinen ersten eigenen Film. Auf dem Regiestuhl nahm der Ire Kenneth Branagh Platz, der seit Kindertagen ein Fan der Comics ist. Die Titelrolle ging an den australischen Hünen Chris Hemsworth, die seines Halbbruders Loki an Tom Hiddelston. Zahlreiche namhafte Schauspieler rundeten den Cast ab: Natalie Portman, Anthony Hopkins, Stellan Skarsgard, oder Idris Elba. Auch Jeremy Renner hatte hier seinen ersten Auftritt als Hawkeye, der später auch ein Avenger werden sollte. Ebenso schlüpfte Clark Gregg erneut in die Rolle des etwas schrulligen S.H.I.E.L.D.-Agenten Coulson. Somit wurde wieder die Brücke zurück zu IRON MAN 2 geschlagen.

Der Ausbau von Marvels filmischem Universum geschieht in THOR aber auch wortwörtlich: Zum ersten Mal spielt das Geschehen nicht mehr nur auf der Erde, sondern auch in Thors Heimatwelt Asgard, einem Ort außerhalb der uns bekannten Galaxie, der nur mithilfe der Regenbogenbrücke Bifröst erreicht werden kann. Somit erhält das Marvel Cinematic Universe neben Science Fiction-Aspekten erstmals auch Fantasy-Elemente.

Natürlich bescherte auch THOR den geduldigen Zuschauern, die während der Credits noch warteten, wieder einen Blick in die Zukunft: Nick Fury zeigt Wissenschaftler Erik Selvig (gespielt von Stellan Skarsgard) ein Artefakt mit immenser Macht: Den Tesserakt.

„Der kleine Kerl aus Brooklyn, der zu bescheuert war, vor dem Kampf wegzulaufen. Dem folge ich.“

Der Tesserakt, ein kosmischer Würfel, war das McGuffin von CAPTAIN AMERICA: THE FIRST AVENGER, der ebenfalls 2011 erschien. Der Film über einen der ältesten Superhelden in Marvels Repertoire wurde von Regisseur Joe Johnson inszeniert und zeigt Chris Evans in der Rolle von Steve Rogers. Evans war als „Human Torch“ in den FANTASTIC FOUR-Filmen bereits Marvel-erprobt. Da die beiden Filme allerdings nicht zum filmischen Marvel-Universum zählen, gab’s trotzdem keine Verwechslunsgefahr. Neben Evans spielten dort auch Hugo Weaving als Super-Schuke Red Skull, Sebastian Stan als Steves bester Freund Bucky sowie Stanley Tucci und Tommy Lee Jones mit.

Dass Captain America einer der Grundpfeiler von Marvels Comicuniversum ist, merkt man auch dem Film an. Schon in den beiden IRON MAN-Filmen und in DER UNGLAUBLICHE HULK gab es kleine Verweise auf den Schild des Helden sowie das Serum, dass aus dem schwächlichen Rogers den Super-Soldaten machte. Ebenso gibt es in CAPTAIN AMERICA: THE FIRST AVENGER Rückbezüge auf THOR.

Da der Hauptteil der Handlung zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs spielt, wurde das MCU hier auf einer zeitlichen Ebene ausgebaut: Mit Tony Starks Vater Howard (in IRON MAN 2 von John Slattery gespielt, hier in einer jüngeren Version von Dominic Cooper) und Agent Peggy Carter (gespielt von Hayley Atwell) lernen wir zwei der Gründungsmitglieder von S.H.I.E.L.D. kennen.

Auch Captain Americas Film-Abenteuer bleibt dem bewährten Marvel-Muster treu: Wieder einmal sind es nicht die Superkräfte, die den Helden ausmachen, sondern sein Herz. Das zeigt sich vor allem in den Szenen vor der Verwandlung Steves zum Super-Soldaten.

CAPTAIN AMERICA: THE FIRST AVENGER spinnt nicht nur alle bisherigen Fäden zusammen, er leitet mit seiner Abspannszene auch etwas ganz Großes ein: Die Zusammenkunft von Marvels Helden im Trailer zu THE AVENGERS.

„Wenn wir die Welt nicht schützen können, dann werden wir sie auf jeden Fall rächen!“

THE AVENGERS stellte im Frühjahr 2012 den ersten großen Höhepunkt des Marvel-Universums dar. Alles, was bisher aufgebaut wurde, wurde hier zusammengeführt. Zum ersten Mal waren Iron Man, Thor, Captain America, Nick Fury, Black Widow, Hawkeye und natürlich der Hulk zusammen auf der Leinwand vereint. Letzterer wurde aber nicht mehr von Edward Norton verkörpert, sondern von Mark Ruffalo. Somit schloss sich der Kreis, denn Ruffalo war eigentlich ohnehin die erste Wahl von DER UNGLAUBLICHE HULK-Regisseur Louis Leterrier.

Der Film von Joss Whedon (der zu der Zeit auch das restliche MCU mit-koordinierte) war ein wahr gewordener Traum eines jeden Comic-Nerds: Nicht nur, dass sich die Helden erst einmal gegenseitig gehörig verkloppen – am Ende des Films tun sie sich zusammen, um gegen die von Loki angeführte Chitauri-Invasion zu kämpfen.

Aber nicht nur Comic-Fans, sondern auch das Mainstream-Publikum war von den Rächern begeistert! Mit insgesamt über 1,5 Milliarden Dollar Einspielergebnis war der Film der bis dahin dritterfolgreichste Film aller Zeiten. Spätestens jetzt kannte jeder die Avengers und der Name Marvel war nun jedem Filmfan ein Begriff.

Wie auch seine Vorgängerfilme hat auch THE AVENGERS nach dem Abspann etwas zu bieten. Diesmal sind es sogar zwei Szenen! In der ersten wird der Strippenzieher hinter der Invasion offenbart: Es ist der diobolische Titan Thanos, einer der schlimmsten Comic-Bösewichte überhaupt. Und ganz zum Schluss sehen wir noch, wie die vom Kampf gebeutelten Avengers völlig fertig in einem Imbiss Schawarma essen. Für uns ist es ein weiterer Moment, der einmal mehr zeigt, dass auch die mächtigsten Helden der Erde nur Menschen sind – weshalb sie uns so nahe stehen.

Phase 2

Mit THE AVENGERS war die erste Phase des Marvel Cinematic Universe abgeschlossen. Phase 2 wurde im Frühjahr 2013, also genau ein Jahr später, mit Shane Blacks IRON MAN 3 eingeleitet. Während das World Building in Phase 1 sehr offensichtlich gewesen ist, war dies in den nächsten Filmen etwas subtiler. Marvel wollte einfach zeigen, dass die Helden auch weiterhin eigenständig funktionieren. Trotzdem gab es auch immer wieder kleinere Cameo-Auftritte (wie von Mark Ruffalo in IRON MAN 3 oder Chris Evans in zweiten THOR-Teil), die aber vor allem Fan-Service waren und nicht unbedingt die Handlung vorantrieben.

„Die größte Macht im Universum, mit unvergleichlicher zerstörerischer Kraft.“

Natürlich gab es auch in der zweiten Phase wieder einen roten Faden, der die Filme miteinander verbinden sollte. Das Thema, das sich durch fast alle Filme von Phase 2 zieht, ist die Suche nach den Infinity Steinen. In THOR: THE DARK KINGDOM (2013) wird erstmals erklärt, was es damit auf sich hat: Es gibt insgesamt sechs solcher Steine – den Raumstein, den Seelenstein, den Realitätsstein, den Zeitstein, den Stein der Macht und den Gedankenstein. Erschaffen wurden sie von den vier Kosmischen Entitäten – mächtige Wesen, die älter als das Universum sind. Nur wer selbst schon mächtig ist, kann einen solchen Stein tragen, ohne zu sterben. Werden alle Infinity Steine zusammengeführt, erhält ihr Träger unendliche Macht.

Zwei der Steine wurden übrigens schon in Phase 1 eingeführt: Der Raumstein in Gestalt des Tesserakts sowie der Gedankenstein, der sich im Zepter von Loki befand. Im zweiten THOR-Film von Alan Taylor geht es um den Realitätsstein, der als Äther in seiner flüssigen Form umkämpft wird.

„Ein Reich, das von seinen Feinden vernichtet wurde, kann wieder entstehen. Aber eines, das von innen zerbricht, das ist tot – für immer.“

Die zweite Phase beginnt auch damit, das Marvel Cinematic Universe wieder zu dekonstruieren: Vieles, was bisher aufgebaut wurde, wird zerlegt oder zumindest verändert. Marvel wollte seinen Fans einfach nicht immer wieder das Gleiche auftischen, sondern mit Veränderungen das Franchise frisch halten. IRON MAN 3 machte diesbezüglich einen ersten Schritt. Hier wird vor allem auf Starks Innenleben eingegangen. Zuvor war Tony – und vor allem sein Ego – eigentlich unerschütterlich. Nun zeigt sich aber, dass auch er verletzlich ist. Besonders die Panikattacken, die er seit der Alien-Invasion in THE AVENGERS hat, machen dies deutlich. Auch erleben wir einen Tony Stark, der an sich zweifelt und sein Handeln hinterfragt. In AVENGERS: AGE OF ULTRON wird dies noch weiter aufgegriffen.

Der von den Anthony und Joe Russo inszenierte THE RETURN OF THE FIRST AVENGER (2014) krempelte das MCU ebenfalls gehörig um: Wir erfahren, dass Steve Rogers’ totgeglaubter bester Freund Bucky noch lebt – und nun als kaltblütiger Auftragskiller Winter Soldier unterwegs ist. Seine Auftraggeber: Die Terror-Organisation Hydra, gegen die Captain America bereits im Zweiten Weltkrieg gekämpft hatte. Deren neuer Anführer ist niemand geringeres, als Alexander Pierce (gespielt von Hollywood-Legende Robert Redford), der Kopf von S.H.I.E.L.D. Dass die Geheim-Organisation bis in die Führungsriege von Hydra unterwandert war, stellte nicht nur Steve Rogers’ Welt auf den Kopf. Auch die anderen Avengers hatten mit den Konsequenzen zu leben, was sich in den folgenden Aufeinandertreffen der Helden noch zeigen sollte.

Was die Filme ebenfalls abwechslungsreicher machen sollte, war die Genre-Hybridität. Zwar folgte Marvel noch immer einem gewissen Muster, dennoch unterschieden sich die Filme nicht nur thematisch viel mehr. Sie waren fortan nicht mehr nur klassische Action-Filme, sondern konnten nun auch anderen Genres zugeordnet werden. So hat IRON MAN 3 (trotz einer tiefgründigeren Charakterisierung von Tony Stark) Züge einer Buddy-Actionkomödie. THOR: THE DARK KINGDOM ist im Grunde ein Fantasy-Abenteuer im Weltraum. Und THE RETURN OF THE FIRST AVENGER ein waschechter Polit-Thriller.

„Was ein Waschbär ist? Na, so was wie Du, Blödmann!“

Etwas ganz Neues bot uns Marvel 2014 mit den GUARDIANS OF THE GALAXY. Das Weltraum-Spektakel war das bisher größte Wagnis von Marvel, selbst viele Comic-Fans hatten von diesen Helden keinen Schimmer – vom Mainstream-Publikum ganz zu schweigen. Noch dazu wirkte diese Truppe, zu der ein sprechender, um sich ballernder Waschbär und ein menschlicher Baum gehören, natürlich absolut verrückt. Und genau das war es auch, was die Guardians ausmachte.

Trotz der typischen Marvel-Qualitäten war der Film einfach anders: Schrill, laut und bunt. Noch dazu gab’s einen coolen Retro-Soundtrack, der einfach durch und durch Spaß machte. Vor allem waren es aber auch hier wieder die Charaktere, die ebenso schräg waren wie der Rest des Films. Trotz ihrer Macken waren sie liebenswert und zeigten, dass selbst die krassesten Außenseiter Freunde werden können. Eine Thematik, die natürlich viele Menschen anspricht. So viele, dass das Spektakel von James Gunn mit über 700 Millionen Dollar Einspielergebnis DER Überraschungs-Hit des Sommers 2014 wurde! Für Marvel hat es sich also ausbezahlt, auch gänzlich unbekannte Helden auf die Leinwand zu schicken. Hauptdarsteller Chris Pratt profitierte ebenfalls enorm, denn mit der Rolle des Weltraum-Schmugglers Star-Lord landete er auf einen Schlag in Hollywoods A-Riege.

Auch in GUARDIANS OF THE GALAXY ging es wieder um die Jagd nach einem Infinity Stein. In Form des Orbs war es diesmal der Stein der Macht, den es zu bewahren galt. Denn dieser durfte auf keinen Fall in die Hände von Ronan, dem Ankläger fallen. Und somit in die von seinem Auftraggeber: Thanos! Der Titan wurde bereits in der Abspannszene von THE AVENGERS angeteast, nun hatte er seinen ersten richtigen Auftritt. Die kommende Bedrohung durch ihn war jetzt schon spürbar!

„Das ist das Ende. Das Ende unseres gemeinsamen Weges.“

Im Frühjahr 2015 kam mit AVENGERS: AGE OF ULTRON Marvels zweite Superhelden-Zusammenkunft in die Kinos. Joss Whedon übernahm auch hier wieder die Regie. Im Gegensatz zum Vorgänger konnte der zweite Teil allerdings nicht einfach als Zusammenführung bisheriger Stränge gesehen werden. Viel mehr ist er ein wichtiges Bindeglied zwischen den vorherigen und den folgenden Filmen. Die Dekonstruktion des MCU wird hier weiter betrieben.

AVENGERS: AGE OF ULTRON ist der erste Marvel-Film, in dem thematisiert wird, dass die Taten der Avengers auch negative Folgen nach sich ziehen. Als Erfinder der künstlichen Intelligenz, aus welcher Bösewicht Ultron wurde, kann Stark letztendlich als verantwortlich für den Tod zahlreicher unschuldiger Opfer durchangesehen werden. Dessen ist er sich auch bewusst, weshalb er erstmal eine Auszeit von den Avengers nimmt.

Generell sieht das Avengers-Team zum Ende des Films ganz anders aus als noch zu Anfang. Neben Stark verlässt auch Hawkeye das Team, um Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Der Hulk lässt sich in den Weltraum befördern, um nicht länger eine Gefahr für seine Mitmenschen zu sein. Und auch Thor verlässt am Schluss das Team, um sich auf die Suche nach den Infinity Steinen zu begeben. Von diesen hatte er zuvor erfahren, als er einer Vision vom Untergang Asgards nachging. Die Infinity Steine sind in AVENGERS: AGE OF ULTRON also auch wieder ein wichtiges Thema. Besonders der Gedankenstein spielt eine tragende Rolle. Von diesem erhielten die hier neu eingeführten Zwillige Wanda und Pietro Maximoff ihre Superkräfte. Er war auch der Ursprung von Ultrons künstlicher Intelligenz und wurde schließlich zur Erschaffung des Androiden Vision verwendet. Er trägt den Stein nun auf seiner Stirn.

Während einige Helden die Avengers verließen, konnten neue hinzugewonnen werden: Neben War Maschine und Falcon, die wir bereits aus den IRON MAN-Filmen bzw. THE RETURN OF THE FIRST AVENGER kennen, schließen sich auch die neu eingeführte Hexe Wanda sowie Vision dem Team an. AVENGERS: AGE OF ULTRON stellt somit den bisher krassesten Umbruch im Marvel Cinematic Universe dar.

In bewährter Marvel-Tradition gab es natürlich auch wieder eine Abspann-Szene für die Fans: Hier tauchte einmal mehr der Thanos auf. Unzufrieden mit seinen Handlangern beschließt der Titan, die Suche nach den Infinity Steinen künftig selbst in die Hand zu nehmen. Dazu ergreift er einen Handschuh – den Infinity Gauntlet, der es ermöglicht, alle sechs Steine gleichzeitig zu tragen.

„Das ist kein albernes Spielzeug wie der Iron Man-Anzug.“

Zum Abschluss von Phase 2 schickte Marvel im Herbst 2015 wieder einen neuen, diesmal sehr kleinen Helden auf die Leinwand: ANT-MAN. Eigentlich sollte Ant-Man schon viel früher auftauchen, immerhin ist er in den Comics ein Gründungsmitglied der Avengers. Doch erst verschob sich der Produktionsstart immer wieder, dann sprang Regisseur Edgar Wright wegen kreativer Differenzen kurz vor Drehbeginn an. Seinen Platz nahm kurzerhand Peyton Reed ein, der Wrights Vision für den Film im Großen und Ganzen folgte. Die Rolle des Diebes Scott Lang, der schließlich zum Superhelden Ant-Man wird, ging an Paul Rudd. Seinen Mentor und Original-Ant-Man Hank Pym spielte Michael Douglas. Evangeline Lily übernahm die Rolle seiner Tochter Hope.

ANT-MAN war einmal mehr frischer Wind für das Marvel-Universum. Der Film paart die Superhelden-Entstehungsgeschichte geschickt mit einer Gauner-Komödie. Dazu gibt’s auch was für’s Herz, denn ein wichtiger Aspekt des Films ist die Familie und wie zerrüttete Bande wieder neu geknüpft werden. Besonders Paul Rudd als liebenswerter Loser spielte sich direkt ins Herz der Fans.

Natürlich gibt es auch in ANT-MAN wieder Vernetzungen zum restlichen Universum: Bereits in der Anfangsszene sehen wir einen jüngeren Hank Pym, der gerade mit wichtigen S.H.I.E.L.D.-Mitgliedern (darunter Howard Stark und Peggy Carter) über seine Erfindung diskutiert. Damit werden die Anfänge des MCU, wie man sie aus CAPTAIN AMERICA: THE FIRST AVENGER kennt, mit der Gegenwart verknüpft. Auch ein Zusammentreffen mit dem Neu-Avenger Falcon ist ein absolutes Highlight – sowohl für’s Auge als auch für die Lachmuskeln. Und zum Schluss wird sogar noch ein allseits bekannter Wandkrabbler angeteast!

Phase 3

2016 beginnt die dritte Phase vom Marvel Cinematic Universe mit einem absoluten Kracher: In THE FIRST AVENGER: CIVIL WAR kämpfen die Avengers gegeneinander. Der Film der Russo Brüder greift dabei vor allem die Ereignisse der vorhergehenden Filme THE RETURN OF THE FIRST AVENGER und AVENGERS: AGE OF ULTRON auf und treibt die Dekonstruktion des MCU vollends auf die Spitze: Aufgrund schwerwiegender Kollateralschäden aus Avengers-Einsätzen sollen die Helden künftig von der UN registriert und reguliert werden. Das spaltet die Avengers in zwei Lager, die von Iron Man auf der einen und Captain America auf der anderen Seite angeführt werden. Tony wird von seinen Schuldgefühlen bezüglich Ultron angetrieben und ist deshalb dafür. Cap hat aufgrund der Hydra-Unterwanderung von S.H.I.E.L.D. kein Vertrauen mehr in Regierungsorganisationen. Die Handlung des Films bringt die Avengers so weit, dass sie gegeneinander antreten. Am Schluss sind sie tatsächlich auseinandergerissen und das Team von Captain America wird zu Flüchtigen.

„Also du bist der Spiderling? Verbrecherfängerspinne? Spider-Boy?“

THE FIRST AVENGER: CIVIL WAR bringt aber nicht nur die Avengers zu Fall, er führt auch neue Helden ein. Einer davon ist der Black Panther (Chadwick Boseman), der im Feburar 2018 seinen eigenen Film erhalten wird.

Der andere ist der bekannteste Marvel-Superheld überhaupt: Spider-Man! Bisher hatte Sony die Filmrechte, doch ein Deal mit Marvel erlaubte es, dass Spider-Man und seine Welt ins MCU integriert werden konnten. Völlig losgelöst von früheren Spider-Man-Verfilmungen, wird Peter Parker (gespielt von Tom Holland) hier also neu eingeführt. Dabei bekommen wir, wie in den ersten Jahren der Comics auch, eine Teenager-Version des Helden präsentiert.

Auf die beiden neu eingeführten Helden wird auch in den beiden Abspannszenen eingegangen, wobei die Szene mit dem Black Panther inhaltlich wichtiger ist: Zum ersten Mal sehen wir sein Heimatland Wakanda. Steve Rogers und Bucky sind dorthin gereist, damit letzterer aus Angst vor weiteren Gehirnwäschen in Kälteschlaf versetzt wird.

Somit endet der Film mit einer für uns extrem spannenden Situation. Nichts ist mehr, wie es einmal war und es stellt sich die Frage, ob und wie die Avengers wieder zusammenfinden könnten. Zudem dürfen wir uns auf Solo-Filme mit den neu eingeführten Helden freuen.

„Ich glaube nicht an Märchen über Chackren oder Energien oder die Kraft des Glaubens.“

Ein weiterer neuer Held bekam im Herbst 2016 seinen ersten Film: Doctor Strange. Der Film von Regisseur Scott Derrickson führt uns ein in die Welt der Magie. Wie bei IRON MAN oder ANT-MAN war die Comic-Vorlage hauptsächlich Comic-Fans bekannt. Mittlerweile aber reichte allein schon die Marke Marvel, um die Zuschauer ins Kino zu locken. Mit Benedict Cumberbatch konnte zudem ein extrem populärer Schauspieler für die Hauptrolle gewonnen werden, der bereits zuvor ein Wunschkandidat der Fans war.

Die Handlung des Films ist einmal mehr eine klassische Helden-Reise, diesmal vermischt mit fantastischen Elementen. So wird nicht nur Magie thematisiert, Marvels Filmuniversum wird auch um mehrere Dimensionen erweitert – und das ganz wörtlich.

Auch die Infinity Steine werden wieder thematisiert. Im Auge von Agamotto, einem Amulett mit immenser Macht, verbirgt sich der Zeitstein. Somit wurde mittlerweile der fünfte von den insgesamt sechs Infinity Steinen offenbart.

DOCTOR STRANGE hat auch wieder zwei Abspannszenen. Eine, die auf einen zweiten Teil hindeutet und eine sehr skurrile, in der der Gott des Donners Thor höchstpersönlich um die Hilfe des Magiers bei der Suche nach seinem Vater bittet. Wir dürfen uns also auf ein weiteres Zusammentreffen der beiden freuen.

„Der Hammer! Als zweifache Galaxie-Retter können wir unsere Preise richtig schön hochschrauben.“

Das Jahr 2017 wartet zum ersten Mal mit gleich drei Filmen auf. Zum Zeitpunkt des Verfassens läuft gerade GUARDIANS OF THE GALAXY VOL. 2 in den Kinos. Dieser spielt nur einige Monate nach dem ersten Teil. Obwohl er losgelöster vom MCU als sein Vorgänger wirkt , baut er gerade den kosmischen Teil des MCU immens aus. 

Im Juli 2017 geht es auch schon weiter mit dem ersten Spider-Man-Film als Teil von Marvels Film-Universum. In SPIDER-MAN: HOMECOMING werden wir Peter Parker und sein Umfeld besser kennenlernen. Auch Tony Stark ist wieder mit von der Partie und steht Peter als Mentor zur Seite. Man darf sich wieder auf eine Menge cooler Action und verbale Schlagabtäusche zwischen den beiden Helden freuen.

Richtige Schlagabtäusche gibt es sicherlich auch in THOR: TAG DER ENTSCHEIDUNG, welcher im Herbst 2017 in die Kinos kommt. Bisher weiß man dazu noch nicht viel, außer, dass auch der Hulk wieder seine Fäuste spielen lassen und in einem Gladiatorenkampf auf den Donnergott treffen wird.

„Das ist der Schlüssel zur Zukunft!“

Die weitere Zukunft des MCU ist ebenso spannend. 2018 kommen neben BLACK PANTHER auch die Fortsetzungen AVENGER: INFINITY WAR sowie ANT-MAN AND THE WASP in die Kinos. 2019 wird bereits ein weiterer AVENGERS-Teil folgen, der als erstes großes Finale angekündigt ist. Danach soll alles anders werden. Im selben Jahr wird die Heldin Captain Marvel, die bereits im dritten AVENGERS-Film eingeführt werden soll, ihr Solo-Film-Debut feiern und auch Spidey wird in einer bereits angekündigten Fortsetzung zurückkehren. Auch die verrückte Truppe um Star-Lord wird in GUARDIANS OF THE GALAXY VOL. 3 zurückkehren, wenn auch noch ohne festes Start-Datum. Welche Filme das Marvel Cinematic Universe auch für uns bereithält, man darf auf jeden Fall schon gespannt sein!

Das Marvel Cinematic Universe erobert die Bildschirme

Doch nicht nur auf der Kino-Leinwand spielen sich die Abenteuer der Marvel-Helden ab. Mittlerweile haben sie auch das Fernsehen erobert. Denn Marvel wollte das MCU so breit wie möglich aufstellen. Aus diesem Grund gab es schon in den ersten Jahren Kurzfilme als Extras auf den Blu-rays sowie Tie-in-Comics, die die Filme um kleinere Details ergänzten. Vor allem für die Hardcore-Fans waren diese ein Bonus. Es sollte aber auch weiterhin die breite Masse angesprochen werden. Und so schickte Marvel im Herbst 2013 die AGENTS OF S.H.I.E.L.D. ins US-TV. Es war die erste Serie innerhalb des Marvel Cinematic Universe.

Im Zentrum der Serie steht eine Gruppe von S.H.I.E.L.D.-Agenten, angeführt von Agent Coulson. Zwar starb er in THE AVENGERS eigentlich den Heldentod, für die Serie wurde er aber wiederbelebt. Gerade in den Comics ist so etwas beinahe alltäglich. Der Tod einer Figur bedeutet in dem Medium (bis auf wenige Ausnahmen) gar nichts. Dieses Muster hat auch das MCU übernommen.

In mittlerweile vier Staffeln erzählt die Serie von den Abenteuern des Teams, nimmt dabei immer wieder Bezug auf die Filme (inklusive zahlreicher Camoes), erweitert das Universum und führte mit den Inhumans sogar eine neue Art von Superhelden ein, die im Herbst 2017 mit INHUMANS eine eigene Serie erhält.

Die zweite TV-Serie von Marvel war AGENT CARTER. Diese spielt zeitlich nach Ende des Zweiten Weltkrigs und spinnt die Handlung um die Agentin Peggy Carter und Howard Stark weiter. In insgesamt zwei Staffeln lernen wir also die späteren S.H.I.E.L.D.-Gründungsmitglieder besser kennen.

„Der Teufel von Hell’s Kitchen. Der Mann mit unzerstörbarer Haut. Und jetzt auch noch eine unsterbliche Waffe…“

Neben dem klassischen Fernsehen beschützen Marvels Helden auch auf den Streamingdienst Netflix die Menschen. Im April 2015 sorgte der blinde Antwalt Matt Murdock in der ersten Staffel von DAREDEVIL für die Sicherheit vom New Yorker Stadtteil Hell’s Kitchen. Die Hauptrolle spielte Charlie Cox, die des skrupellosen Gängsterbosses Wilson Fisk Vincent D’Onofrio.  

Obwohl DAREDEVIIL zu Marvels Film-Universum gehört, ist der Stil ein ganz anderer. Die Kräfte von Superheld Daredevil sind geerdeter, die Inhalte düster und die Action extrem brutal.

Im Winter des gleichen Jahres kam JESSICA JONES mit Krystin Ritter in der gleichnamigen Hauptrolle raus. Auch hier wurden ernsthafte Themen wie Missbrauch angeschnitten, was man von Marvel so bisher nicht kannte. In der Serie wurde auch ein weiterer Held eingeführt: Luke Cage (gespielt von Mike Colter), der im Herbst 2016 seine eigene Serie erhielt, in der es um Bandenkriege in Harlem geht.

Davor erschien im Frühjahr 2016 noch die zweite Staffel von DAREDEVIL, der ebenfalls neue, sehr bekannte Figuren aus den Comics einführte: den Anti-Helden The Punisher (Jon Bernthal) und die Killerin Elektra (Élodie Yung).

Mit IRON FIST (der titelgebende Held wird von Finn Jones gespielt) kam im Frühjahr 2017 die bisher letzte Solo-Serie, bevor im August 2017 wieder etwas Großes bevorsteht: THE DEFENDERS. Wie schon im Film-Universum finden sich hier die Helden zusammen, um gemeinsam gegen einen mächtigen Gegner zu kämpfen. Für Fans der Serien wird auch diese Helden-Zusammenkunft wieder ein absolutes Highlight!

Mit den Netflix-Serien wurde das Marvel Cinematic Universe auf einer inhaltlichen Ebene breiter aufgestellt. Hier geht es nicht so sehr um krasse Superhelden-Action, sondern um tiefgründige Inhalte. Und die Fans nehmen es gerne an, denn die Marvel-Serien gehören Jahr für Jahr zu den meistgeschauten Produktionen des Streamingportals.

Der Erfolg des Marvel Cinematic Universe

Sei es im Kino, im Fernsehen, auf Netflix oder darüber hinaus– Marvels Superhelden sind momentan einfach unschlagbar. Doch woran liegt das? Einerseits ist die Vernetzung der verschiedenen Helden zu einem großen, allumfassenden Universum natürlich toll zu beobachten. Die kleinen Eastereggs in den Filmen lassen schon einmal die Vorfreude auf kommende Ereignisse und Helden steigen. Dazu kommt, dass langjährige Zuschauer immer mehr eine Beziehung mit den einzelnen Charakteren eingehen. Selbst zu kleineren Rollen. Und so freuen wir uns beispielsweise, wenn ein Charakter wie General Ross aus DER UNGLAUBLICHE HULK nach acht Jahren wieder einmal in THE FIRST AVENGER: CIVIL WAR zu sehen ist. Dies wirkt dann wie eine Belohnung für’s langjährige Aufpassen und Zuschauen.

Der wichtigste Aspekt dürfte aber die Menschlichkeit der Helden sein. Denn trotz aller Superkräfte haben sie alle gewöhnliche Probleme. Viele von ihnen waren vor dem Erlangen der Kräfte sogar richtige Loser. Oder sie mussten erst gehörig auf die Schnauze fallen, bevor sie wieder aufstehen konnten. Und darin erkennen wir uns wieder. Gerade bei vielen Comic-Geeks dürfte die Identifikation mit den Helden besonders stark sein. Immerhin war bis vor kurzem die klischeebehaftete Auffassung, dass Comic-Nerds allesamt übergewichtige Loser sind, die noch im Erwachsenenalter im Kellerzimmer ihres Elternhauses leben und nichts auf die Reihe bekommen. Doch mit den Helden sind auch sie gewachsen. Mittlerweile ist es cool, ein Comic-Nerd zu sein. Und das liegt zu einem großen Ausmaß daran, dass die Superhelden im Mainstream angekommen sind. Die Nerds sind jetzt die Experten für ein Thema, für das sich auch die breite Masse interessiert. Und das ist zu großem Maße Marvel zu verdanken.

Durch das breit aufgestellte Universum gibt es für jeden von uns einen Helden, der uns nahe steht und mit dem wir uns identifizieren könnten. Und genauso wie wir auch sind die Helden – trotz ihrer Kräfte – nicht perfekt. Aber sie geben uns Mut und Hoffnung, jeden Tag auf’s Neue bessere Menschen zu sein und unsere Leben trotz aller Hürden zu meistern.