Intensiver, subtiler Thriller mit einem überragenden Tim Roth

Die Tragödie schleicht sich langsam an in SUNDOWN – GEHEIMNISSE IN ACAPULCO. Zunächst genießt die britische Familie Bennett ihren Luxusurlaub in einem abgeschotteten Resort. Für Alice und die erwachsenen Kinder offensichtlich Normalität. Nur Neil (Tim Roth) wirkt seltsam abwesend und unbeteiligt.

Als alle nach London zurückeilen müssen, bleibt er unter Vorwänden zurück. Selbst ein Todesfall in der Familie scheint ihn nicht zu berühren. Neil nutzt seine Ungebundenheit, um in das Leben in Acapulco einzutauchen: Mit seiner jungen, mexikanischen Freundin am Strand sitzen, Bier mit den Einheimischen trinken, nichts tun. Geld hat er ja. Doch sein Ausstieg bringt Ereignisse ins Rollen, die in einer Katastrophe münden …

Regisseur Michel Franco schildert in seinen Filmen die durch soziale Ungerechtigkeit gefährlich angespannte Situation in seiner Heimat Mexiko, die jederzeit in brutale Gewalt umschlagen kann. 2020 gewann seine Dystopie NEW ORDER – DIE NEUE WELTORDNUNG den Silbernen Löwen von Venedig und kam 2021 in die Auswahl für den Oscar.

SUNDOWN – ebenfalls bei den Filmfestspielen in Venedig vorgestellt – ist subtiler. Die Konflikte zwischen den Gesellschaftsschichten werden erst schmerzlich deutlich, als Neils Versuch, sich als Dauerurlauber unter die Bevölkerung zu mischen, dramatisch scheitert.

Regisseur Michel Franco, der auch das Drehbuch schrieb, beweist mit SUNDOWN einmal mehr, dass er eine der wichtigsten Stimmen Mexikos ist.

Inhalt:
Neil und Alice sind der Kern einer wohlhabenden Familie. Als Neil mit Alice und ihren erwachsenen Kindern Colin und Alexa Urlaub in Mexiko macht, wird das Idyll durch einen Todesfall in der Familie unterbrochen. Der Urlaub soll enden, doch Neil bleibt unter einem Vorwand zurück und mietet sich in einem billigen Hotel ein. Während Alice zu Hause die Verantwortung für das Familienunternehmen übernehmen muss. Einige Wochen später kehrt Alice nach Acapulco zurück und stellt ihn zur Rede…